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Advent, Advent…

Habt Ihr auch das Gefühl, dass der 1.Advent dieses Jahr viel schneller vor der Tür steht, als sonst? Das große Plätzchenbacken steht dieses Wochenende bevor, aber ich hab den Herrnhuter Stern noch nicht zusammengebastelt und auch noch keine Weihnachtsgeschenke fertig. PAAAANIK!!

Einatmen.

Ausatmen.

Alles.

Zu.

Seiner.

Zeit.

Aber den Adventskalender hab ich schon befüllt immerhin.

Aber DU noch nicht???

Dann aber schnell!!! Und falls Du noch ein paar kleine Ideen oder Geschenke zum Befüllen des Kalenders suchst, vielleicht wirst Du ja in meinem Shop fündig?

Wenn der Postmann 3x klingelt – ein kleiner Jahresrückblick

Zeitreisender aus der Zukunft beruhigt Deutsche: “ Ab dem 27.Lockdown hat man sich dran gewöhnt“ – so schrieb es dieser Tage der Postillon.

(Quelle: https://www.der-postillon.com/2020/10/zeitreisender.html)

Aber tatsächlich sind wir gerade erst beim 2. Lockdown angekommen. Als wäre der schaurig-graue November nicht schon von Natur aus düster und trübe genug, wird er nun obendrein noch das Symbol der zweiten Corona-Welle, die sich dunkelrot über Deutschland ergießt. Dank erneuter Einschränkungen wird er als 2.Lockdown-Monat in die Geschichte eingehen und möglicherweise sogar ein Rettermonat des Jahres 2020 sein, falls wir es schaffen, uns an die Regeln zu halten und Corona noch einmal auszubremsen.

Wie hat uns doch Corona das Jahr 2020 umgekrempelt, unser Leben auf den Kopf gestellt und uns vor neue Herausforderungen gestellt. Letztes Jahr hätte ich noch jeden ausgelacht, der mir das Hohelied vom Homeoffice geträllert und mir Marktausfälle prophezeit hätte.

„Was, von zu Hause arbeiten?? Wie soll denn das gehen!? Nee, ich muss das Zuhause und den Beruf voneinander trennen!“

Rückte ein Markttermin im Kalender näher, folgte recht bald die offizielle Absage. Fixpunkte im Leben, die regelmäßigen feste Märkte mit ihrem gewohnt bunten Treiben, unumstößliche Bollwerke im Kalender… sie wurden einfach umgepustet und gecancelt. Richtig so! Aber trotzdem so schade. Das Erleben der Kunden, das Lachen und Schwatzen, das fröhliche Entdecken und Bestaunen, das Bewerten und schließlich das Kaufen – das habe ich dieses Jahr sehr vermisst.

Aber wie zum Trost dafür hat sich Etsy, der online-Marktplatz, stark gemacht für die vielen lokalen Händler und Verkäufer und hat viel Werbung geschaltet, dass man lokal online kaufen möge. Und es geschah auch.

Die Postboten geben sich schon die Klinke in die Hand. Die Leute kaufen online. Getränke, Klopapier, Elektrozeug und Slipeinlagen.

Die Paketboten hetzen und wetzen gleich 3 Stufen auf einmal hoch. Oder sie legen den Paketeberg gleich unten im Hausflur ab, mangels persönlicher Fitness. Hermes bittet darum, einen privaten Stift zur Unterschrift bereitzuhalten.

Keine Frage, der Onlinehandel floriert. Zuerst kam der Masken-Boom. Und jetzt der Zero-Waste-Boom. Nachhaltigkeit, waschbar, wiederverwendbar – ich erwähnte es bereits in meinem Februar-Blogbeitrag: die gute alte Slipeinlage.

Wie hieß es vor einigen Jahren so schön: Eulen gehen immer.

Dann: Füchse sind die neuen Eulen.

Heute: Slipeinlagen sind die neuen Füchse.

Nee, oder? Bitte NICHT bildlich vorstellen!!!

Aber: Ich nähe fast nur noch Slipeinlagen und das mit viel Spaß an den Stoffen, an den eingeübten Handgriffen und an meinem Netflix- sowie ZDF-Info-Konsum nebenbei.

Ihr wollt Slipeinlagen? Ihr kriegt Slipeinlagen. Jetzt in noch mehr Farben und Mustern.

Yeaah – Es lebe die Weiblichkeit!!!

Maskenball

Neulich wurde es Ernst. Jetzt ist auch in Sachsen Maskenpflicht.

Nein, keine Clownsmaske oder anderer Faschingskram. Ganz ernsthaft: Stoff- oder Papiermasken sind zu tragen. Von allen. In jedem Laden bitteschön. Auch Leute in Tücher verhüllt werden durchgewunken. Vermummung ist nun salonfähig und erwünscht. Wer hätte das je gedacht?

Anfangs nähte ich fest entschlossen für meine Kollegen und enge Freunde, die dringenden Bedarf meldeten. Für mich war das Thema aber noch weit weg. Die anderen hatten den Bedarf, ich aber nicht. Doch nun drang das Gesetz auch direkt in mein Leben ein.

Keine Semmeln beim Bäcker mehr ohne Maske erhältlich. Die Bäckersfrau macht routiniert ihren Job, während ich mich albern verkleidet fühle und nuschelnd meine Bestellung aufgebe. Ich habe das Gefühl, ich muss lauter reden als sonst, damit man mich durch die Maske besser versteht. Fast so, als ich das erste Mal als Teenager einen Walkman auf den Ohren hatte. Ich atmete und sprach unbewußt lauter zu meinen Mitmenschen, einfach weil ich mich selbst in einer tönend lauten Musikrauschwelt befand und glaubte, ich müsse verbal dagegen halten.

Es ist zu einer Routine geworden. Beim Wohnung-Verlassen der Griff zur Geldbörse, Handy, Schlüssel und Maske. Einreihen in die Schlange bei der Post, wo ca. 25 Leute auf der Straße in einer langen Schlange stehen. Ich betreibe Masken-Beobachtung. Es gibt sie in allen Farben. Manche sehen aus wie zerschnippelte Schlüpper, manche wie ein hartes Visier oder filigran aus Papier geschnitten. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Manche Masken sehen bereits angegrabbelt und grau aus. Viel benutzt und beatmet. Nicht lecker. Und Corona lacht sich ins Fäustchen. Die Leute folgen einem neuen Kleidungstrend. Der Schutz vor Viren ist gleich Null. Ist das wirklich allen klar? Bei manchen hängt oben die Nase aus der Maske raus – die haben wohl nicht richtig aufgepasst bei der Einweisung. Hauptsache das Gesicht ist irgendwie verdeckt, komplett oder teilweise, denkt sich der brave Bürger.

Umso wichtiger ist es nun, dass man lernt, die Mimik der Augen deuten zu lernen. Mit den Augen lächeln – wie geht das nochmal? Schauen sich die Menschen jetzt automatisch tiefer in die Augen, wenn sie nicht gänzlich mit Sonnenbrillen verhüllt sind? Wie funktionieren jetzt Dates? Da kauft man doch wörtlich die „Katze im Sack“ oder die Mausi mit Maske.

Man kann sich jedenfalls gut und gern auch ungeschminkt hinter der Maske verstecken und seine Ruhe haben, vor dem Alltag. Man wird nicht mehr angeglotzt, jeder trägt es ja.

Aber im Sommer, auf dem Balkon oder am See, lasse ich die Maske weg, das verspreche ich Euch. Ich möchte nämlich kein beige-gebräunt-gestreiftes Gesicht bekommen.

Lebenszeichen..

„Was macht eigentlich hutundgut?“, fragt sich vielleicht manch einer.
Zugegeben, hutundgut hat sich letztes Jahr etwas rar gemacht und mein Blog ist auch ziemlich eingestaubt. Aber es gibt mich noch und die gewohnten Marktermine sind weiterhin fest in meinem Kalender geblockt.

2019 war insgesamt ein krasses Jahr, was für mich einige persönliche Veränderungen mit sich brachte. Dennoch bleibt hutundgut immer im Fokus, wenngleich ich auch nicht mehr mit Volldampf produziere.

Es bleiben die gediegenden kleinen Märkte und die Gartenschau in Altzella meine Liebsten, deren Flair ich nach wie vor sehr genieße. Als sehr besonders empfinde ich die Begegnungen mit „alten“ Kundinnen und Kunden, neugierig freundlich Interessierten und natürlich Kindern und meinen lieben Standnachbarinnen, die mit den Jahren schon wie eine kleine Familie für mich geworden sind (Angela, Rosi, Ellen…)

Nachdem letztes Jahr das Schloss Lauterbach eine Innensanierung bekommen hat und daher die Schlossweihnacht erstmals aussetzen musste, wird es dieses Jahr aber wieder am 2.Advent eine geben – juhu!!!

Was meine Produktideen angeht, werde ich zunächst weiter hauptsächlich die Kindertaschen fortsetzen. Neue Motive sind momentan in Arbeit.
Aber ich mache mich auch über Nachhaltigkeit Gedanken und möchte zunächst überwiegend dafür meine aktuell vorrätigen Stoffe einsetzen. Aktuell arbeite ich an diversen Prototypen, mal sehen, ob die gelingen und Euer Interesse wecken.

Ich wünsche Euch ein frohes neues Jahr und gutes Gelingen bei allen Euren Plänen und Vorhaben. Vergesst bei allen Aufgaben nie Euch selbst und seid Euch gut!

nicht nur ein Stein…

Vor vielen Jahren war ich einmal in Nizza und stand dort zum ersten Mal am Mittelmehr. Wahnsinn, wie salzig das Wasser schmeckte und wie heiß die Steine waren. Es gab keinen Sandstrand, sondern faustgroße Steine. Steine, die sich wie Handschmeichler anfühlten, wunderbar glatt und fast seidig weich. Damals musste ich einige davon einfach mitnehmen. Heute beschweren sie meine Stoffe, wenn ich etwas zuschneide. Sie haben ein gutes Gewicht dafür und ich liebe sie einfach.

Aber solche Steine gibt es auch in klein und sogar in Deutschland. An der Donau fand ich sie: rundgelutschte, glatte kleine Schätze. Und sie entfachten meine Sammellust erneut. Doch was tut man mit einem Stoffbeutel voller Steine?

Richtig: man kann sie toll bemalen!!
Ich sehe in den Steinen immer kleine Fische mit fetten Knutschlippen und großen Kulleraugen.
In meinen vergangen Urlauben habe ich es als meditative Beschäftigung empfunden, sie zu bemalen. Und dass sie nicht nur von mir geliebt werden, merke ich auch auf den Märkten, wenn mich nämlich besonders die Kinder nach einer Kleinigkeit fragen, die sie bei mir kaufen könnten.

Versucht es doch mal selbst und verzaubert hübsche Flusskiesel in kleine persönliche Kunstwerke.

Big Fish Etsy

Ein heißer Sommertag.

Ich stehe mit hutundgut auf der Blumen-und Gartenschau und erfreue mich an der gut gelaunten Kundschaft, an dem schönen Wetter und dass ich die Chance haben darf, so ein schönes Hobby auszuüben.

Etwas ruhig ist es an dem Stand und ich erlaube mir, meine Mails auf dem Handy abzurufen. Ah, eine Mail von Dawanda – vielleicht ein neuer Kauf? Was ist das denn für ein Betreff „Kündigung deines DaWanda-Shops“. 

Bämm!

Wieso denn das? Sieht so eine Abmahnung aus?

Ich öffne mit zitternden Fingern die Mail und lese…

Dawanda macht dicht.

Ich kann auf Etsy umziehen. Es gäbe da paar Tools, die den Transfer der Artikeldaten unterstützen.

Etsy, das große amerikanische Mutterschiff aller Kreativplattformen schluckt nun die Dawanda-Shöpchen und Dawanda verspricht einen Ozean voller Kundschaft auf Etsy. In der Theorie klingt alles plausibel. Dennoch heißt es: realistisch bleiben. 

Denn: viel hilft nicht immer viel.

Man muss gefunden werden.

Und nicht nur, dass die bisherigen Geschäftskontakte zu meinen alten Dawanda-Lieferanten nun durchaus wegbrechen, wenn man sich ihre Namen nicht irgendwo notiert hat, es ist auch nicht gesagt, dass alle Lieferanten mitziehen auf Etsy.

Es wird härter.

Trotzdem schwimme ich mit im großen Meer.

Ich hab schließlich Schwimmstufe 3!

Nun hab ich soweit auch den neuen Shop bei Etsy vorbereitet, dass ab 12.August dort auch bestellt werden kann:

https://www.etsy.com/shop/hutundgut/

Ich verabschiede mich jetzt für 2 Wochen Urlaub an der Ostsee.

Kommt gut über den Sommer, genießt die Sonne, gönnt Euch ein kühles Bad und Getränk.

Wir sehen uns.

aloha……Doro 

Hello neues Jahr !!

Oh ….das neue Jahr….es hat mittlerweile schon 38 Tage auf seinem Buckel und ist gar nicht mehr so neu.

Seit 3 Tagen steht der erste Tulpenstrauß auf unserem Tisch und möchte uns eine Ahnung vom Frühling vermitteln.

Die Strohstern-Parade, die noch trotzig am Fenster hängt, klatscht den Schneeflocken Beifall und plädiert für eine über die Weihnachtszeit hinausgehende Daseinsberechtigung. Und ich? Ich bin gespalten. Den aktuellen Möchtegern-Winter kann ich einfach nicht ernst nehmen. Bei mir gewinnen eindeutig die Tulpen und der Weihnachtsfirlefanz kommt in den Koffer, sobald ich Zeit finde.

Fürs neue Jahr gibt es auch schon wieder Termine, die ich nach und nach mit genauen Zeiten aktualisieren werde.

Genäht habe ich auch einiges neu:

Tablet-Hüllen:

und

Haarspangenblumen

mit

innovativer Haargummi-Halterung (KamSnap-Druckknopf):

Wie geht es weiter, hat hutundgut neue Pläne?

Jein.

In erster Linie freue ich mich im neuen Jahr auf die Begegnungen mit Euch auf den Märkten.

Es ist immer wieder toll, an meinem Stand mit Euch ins Gespräch zu kommen, Eure freundlichen Reaktionen auf meine Produkte erleben zu können und die Dinge eben direkt zu verkaufen. Auf den großen Kreativmärkten werdet Ihr mich nicht mehr antreffen. Diese Märkte sind mit den Jahren immer gigantischer geworden, so dass die Besucher nur noch reizüberflutet durch die stereotypen Gänge strudeln und am Ende nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht.

Natürlich will jeder Anbieter optisch und akustisch hervorstechen und tut dies durch wackelige und unwacklige Profi-Klappfix-Aufbauten, „Hallo, guck mich an“-EyeCatcher und proaktiver Kundenansprache. Nun ja, der Kunde ist auch nur ein normaler Mensch, der sich einen schönen Tag machen möchte. Und meine Erfahrung zeigt mir, dass er dies zunehmend woanders tut: auf definitiv kleineren Märkten oder auf großen mit SEHR VIEL Auslauf für seine Seele und seine Nachkommen.

In Planung habe ich wieder nun im Frühjahr zunächst neue Kindertaschen, Haarspangenblumen (evt. mal mit neuen Farbkombis) und Häkel-Kakteen. 

Vielleicht werdet Ihr hutundgut auch bald in der Dresdener Innenstadt in einem neuen Laden sehen.

Noch ist nichts fest, aber es gibt schon Ideen und Austausch.

Bleibt gespannt!!

Ich wünsche Euch eine gute Zeit – macht’s gut!!!

 

Monstaaaa, wild & dangerous – die Monstertasche 2.0

Sie sind wieder da – die Monstertaschen!! Und zwar in neuer Auflage und Verarbeitung.

Eine Neuauflage war längst fällig.

Vor sechs (!!) Jahren hatte ich mich noch pragmatisch mit einer festen Gurtlänge zufrieden gegeben, einfacher Verarbeitung, „lockeren“ (d.h. nicht komplett angenähten) Monsterzähnen und kämpfte mit verherendem Fusselalarm in meinem Wohnzimmer, den die Monster erzeugten.
Mein Vorhaben, die Taschen langsam anzugehen und in 2017 einmal komplett neu und besser durchdacht aufzulegen, wurde glücklicherweise durch 2 Kundenaufträge zum Jahresende beschleunigt. Es sollten ja ein Weihnacht- und ein Geburtstagsgeschenk werden.

Nach etlichen Stunden von genauem Durchdenken der Abmessungen und Arbeitsschritte, habe ich mir das dann auch endlich mal aufgeschrieben.  Ein Tutorial für mich, könnte man das nennen – yeeaah – warum ich da eigentlich nie eher drauf gekommen bin. Jedesmal das Rad neu erfinden. Ich hab es immer künstlerische Freiheit genannt. Man könnte auch Freestyle sagen oder „Pi mal Daumen“. Und jetzt nehme ich mir auch den Staubsauger mit dazu, wenn ich Plüsch zuschneide und sauge gleich anschließend die Schnittkanten ab. Besser ist das!
Aber nun hab ich es mir Schritt für Schritt aufgeschrieben, in der Hoffnung, einen baldigen Monstertaschen-TREND einleiten zu dürfen – man wird ja nun auch nicht direkt jünger und neue Zielgruppen wollen entdeckt werden.

Und wie das nun so vonstatten ging, seht Ihr in den folgenden Bildern:

 

Work in process

Heute möchte ich mal zeigen, was meine aktuellen hutundgut-Projekte sind.

Die 2 letzten Märkte in diesem Jahr stehen bevor und ich habe viele Ideen, was ich neu anbieten möchte.

Zunächst habe ich mal wieder die Handytaschen aufgestockt und dafür viele farbenfrohe Stoffkombinationen ausgesucht:

 

Viele neue Kindermützen sind auch hinzugekommen:

Neu ist auch die Galerie der „fighting cactuses“ – gehäkelte Kakteen mit ausgesuchten Stecknadeln und beweglichem Ableger:

 

Und da Nikolaus nicht mehr so weit entfernt ist, bereitet sich schon eine kleine Schar fleißiger Nikoläuse darauf vor, kleine Präsente in ihren Säckchen verschenken zu dürfen:

Und auch ganz neu sind die hutundgut-Weihnachtskarten, die gerade noch im Entstehen sind.

Seid gespannt, auf das baldige Ergebnis:

Wieder was gelernt….

Seit meinem letzten Eintrag ist eine Menge Zeit vergangen. Ich denke an die sandig-sonnigen Sommerferien, den aufregenden Start ins Gymnasium-Schulleben mit neuem Schulweg, erholsame Herbstferien mit Pferden, den Einzug unseren neuen Familienmitglieds Calimero (hellblau, neugierig, schwatzhaft) … und ich bin um einige Erfahrungen reicher, was die neuen Märkte betrifft, an denen ich erstmals teilnehmen konnte:

Der kleine Kunsthandwerkermarkt auf der Dresdner Galopprennbahn war der erste seiner Art und bot den Besuchern zwischen den Pferdewetten einen guten Zeitvertreib und die Möglichkeit, kleine und besondere Entdeckungen zu machen.

galopprennbahn1 galopprennbahn2 galopprennbahn3

Besonders Klasse fand ich die erfrischend unkomplizierte Organisation der Macher. Allerdings fand alles unter freiem Himmel statt, was für empfindliche Produkte immer grundsätzlich riskant ist, da man Wind und Wetter ausgeliefert ist. Bei dieser Premiere tobte sich leider ein kurzes heftiges Gewitter aus, zerknüllte Pavillons im Handumdrehen und schüttete ergiebige Regengüsse auf die Veranstaltung. Zu meinem Glück konnte ich unter einem stabilen großen Zelt einer Stoffhändlerin stehen, so dass wir keine Verluste erlitten, sondern nur ein paar Wasserspritzer abbekamen. Nach diesem Erlebnis muss ich einmal mehr abwägen, ob ich künftig bei OpenAir-Veranstaltungen teilnehmen möchte. Wenn möglich behalte ich mir deswegen auch immer die Option vor, kurzfristig (wetterabhängig) zu entscheiden, ob ich teilnehme oder nicht.

 

Auf ganz andere Art wurde ich auf Langebrück eingestimmt. Unter dem Dach des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz e.V. hatte sich eine Arbeitsgruppe aus 4 Damen gebildet, die einen Neuen Langebrücker Kunstmarkt 2016 organisieren wollten. Es sollte im Bürgerhaus Langebrück stattfinden, Fördergelder wurden beantragt, und bereits Anfang Februar ging dieses Vorhaben in eine ausgeklügelte und heiße Planungsphase über. Dabei wurden in regelmäßigen Abständen die vorgesehenen Aussteller mit newslettern und allerlei Informationen versorgt und zum Einfinden am Runden Tisch vor Ort im Bürgerhaus Langebrück gebeten. Da ich hauptberuflich einer festen Arbeit in Dresden nachgehe, war ich zunächst davon ausgegangen, dass diese Termine rein optional zu betrachten waren.

Irrtum.

Persönliches Erscheinen und aktives Einbringen war erwünscht und Teil des Plans.

Beim 2.Treffen fuhr ich mit meiner Freundin also hin, denn unsere Stimme und unser persönliches Erscheinen schien von großer Bedeutung zu sein. So erfuhren wir, dass uns eine gefühlt 20-Punkte-Agenda bevorstünde. Die Standgebühr war gleich vor Beginn bar und per Quittung zu begleichen.

Dann begann das Abarbeiten der Agenda. Wesentlich war dabei die Standplatzierung der Maler und Galeristen, die Anzahl der auszuhändigenden Aufhängesysteme und Haken, die Sicherstellung des reibungslosen Auf-und Abbaus der Stellwände und die Gewährleistung, dass auch JEDER Aussteller dabei mit Hand anlege und die Terminfindung der Hängung. Parallel dazu wurde ein Plan mit den vorgesehenen Stellplätzen verteilt, worin sich jeder Aussteller wiederfinden konnte.  Nun ging es an die Besichtigung der Räumlichkeiten. Meine vorsichtige Nachfrage, ob ich meinen dunklen Eckplatz mit dem Stand von Leder-Meier (*Name geändert) tauschen dürfte, wurde mir nicht bewilligt. Die Leder-Künstler benötigten ihren Stammplatz, da gäbe es keinen Weg rein.

Jut.

Stunden später.

Agenda-Punkt 13. Immer noch Hängung. Einige greise Maler wagen Fragen.

Die resolute Frau K. hebt entnervt die Hände. Bitte immer den vollen Namen sagen, sie wisse doch sonst auch nicht, was sie da ins Protokoll schreiben solle, wenn hier jeder durcheinander redet, Himmelherrgott.

Das sitzt.

Hängung also nun am Mittwoch. „Und Kreuzigung am Donnerstag?“, denke ich?

Freitag soll dann eine Vernisage mit der Bevölkerung und einer Schulklasse und ihrer Kunstlehrerin sein. Ab 18 Uhr, mit Salzgebäck und Sekt. Freiwillige, die die Speisen und Getränke reichen möchten?

Schweigen.

Wer bietet Basteln mit Kindern oder Vorführungen an? Einnahmen werden selbstverständlich gespendet.

Verhalten reckt sich ein Arm in die Luft. Gebongt!

Bitte jeder möge übrigens noch eine VITA erstellen und im Word-Format, sowie 1-2 aussagefähige und einheitlich benamste JPG’s abliefern. Datenschutz? Quark. Es ginge hier um eine formschöne Präsentation der Aussteller, damit der Besucher wisse, wen er vor sich habe.

Auf die Frage nach Catering  und Verpflegungsmöglichkeiten an dem Veranstaltungswochenende, erfahren wir, dass lediglich die Kirchgemeinde am Samstag einen Kuchenbasar ausrichten würde. Bis dato keine weiteren Angebote oder freiwillige Verköster.

Wir beschlossen, der Veranstaltung nun den Rücken zu kehren, auch wenn uns Frau K. mahnend mit den noch ausstehenden letzten 10 Agendapunkten aufzuhalten versuchte und uns mit einem unwilligen Blick bedachte.

Auf dem Heimweg ließen wir den Spuk erstmal sacken. Was war das gewesen? Kunstmarkt zum Anfassen? Gut gemeint, aber voll verzettelt? Wir beschlossen, es trotzdem zu versuchen und uns gespannt auf dieses Oktober-Event zu freuen.

Es vergingen weitere Wochen mit eMail-Informationen, Änderungen und Erinnerungen.

Auf unser privates Angebot, mithilfe unserer Familie die Veranstaltung mit Suppe, Fettbemmen und Kaffee zu versorgen, erhielten wir leider eine besorgte Antwort, dass Essensgeruchschwaden im Gebäude hervorgerufen werden könnten und man positionierte sich sehr skeptisch. Auch sollten wir mal sagen, welchem gemeinnützigen Verein wir denn unsere gesamten Einnahmen aus dem Catering spenden wollten!?!?!? Vermutlich war die gesamte Planung einfach dermaßen extrem und aufregend, so dass eine große Anspannung auf den Schultern des Arbeitsteams lag und jedes Angebot eher als Last wahrgenommen wurde. Wir zogen unser Angebot daraufhin freundlich zurück.

Schlussendlich gab eine Ausstellerin ihren Platz auf, so dass ich dorthin nachrücken durfte und hatte damit das Glück, in einem hellen und warmen Raum meinen Stand aufbauen zu dürfen. Platz war auch genug.

Final kann ich sagen, dass das wohl einer der kompliziertesten und umständlichsten Kunstmärkte war, an dem ich jemals teilgenommen habe. Einer der Planungsdamen, mit der ich gut bekannt bin, habe ich ein bisschen von dem einfachen Ablauf und der Planung anderer Kunstmärkte berichtet und ihr ein paar Vorlagen fürs nächste Mal gegeben. Es hätte sich vieles prima abkürzen lassen und Zeit gespart. Aber hinterher ist man ja meistens schlauer.

Hoffentlich :)