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Apokalypse ist, wenn Corona kommt und meine Bernina kaputt geht…

Ab morgen gilt Homeoffice in vielen Firmen, so auch bei meinem Arbeitgeber. Was sich neulich beim Probe-Homeoffice-Tag noch wie ein lustiger Tag auf Klassenfahrt angefühlt hat, mit viel Spaß im Firmen-Chat und lustigen Sprüchen auf Whatsapp, das scheint nun der Ernstfall. Das Gute daran: mein Arbeitsweg wird nun richtig kurz. Drei Meter, um genau zu sein. Und ich kann mir eigentlich auch das Make-Up sparen, meine Wellensittich erkennen mich auch ungekämmt und mein Mittagessen werde ich mir ab morgen dann wohl auch selber kochen….aus Klopapier und Nudeln.

In Zeiten wie diesen, die man sich so wohl kaum je vorgestellt haben mag, gilt es nun plötzlich sich auf die neue Situation umzustellen. Dazu gehört auch das Verdauen von abgesagten Großveranstaltungen oder dem Besuch von Freunden in Berlin. Die Vermeidung von Reisen in Risikogebiete und mit öffentlichen Verkehrsmitteln etc… – Ihr kennt das alles bereits. Nun erreichen mich aber auch erste wage Andeutungen, dass es sein könnte, dass fest geglaubte Markttermine in diesem Jahr auf der Kippe stehen. Corona – hopp oder topp? Man müsse den April abwarten, die derzeit verordnete Stillhaltepflicht, die Schulschließung, die unbestimmt lange währende Homeoffice-Zeit… und jeden Tag die Zahlen und die Nachrichten hören und abwarten und Tee trinken und nähen.

Nähen?

Dachte ich.

Aber nein.

Meine Bernina hat jetzt die Faxen dicke und macht den Nähcomputer schwarz mitten im Nähvorgang. Was soll man tun? Ausschalten, anschalten, nähen und bämm…..the same procedure as every time! Es reicht mir nun. So ein Maschinen-Gezicke und all diese Influenzäär auf Insta, diese Stoffdesigner und schrecklich Kreativen, die mir mit ihrer scheiß guten Laune empfehlen, diese tolle geschenkte Corona-Zeit zum Nähen zu nutzen… hätte hätte Fahrradkette. Würde ich ja gerne, aber geht ja nicht. Die Bernina streikt dämlicherweise. Aber so richtig. Die näht keinen Zentimeter mehr ohne Ohnmachtsanfall.

Das Gute im Doofen ist: ich hab einen Erste-Hilfe-Reparaturtermin bekommen beim Fachhändler. Koste es was es wolle. Die Maschine muss wieder laufen und zwar dalli. Weil ich ein paar Nähprojekte beenden muss. Außerdem hab ich meinen Etsy-Shop aufpepimpt und muss nun wohl auf den online-Absatzmarkt bauen, statt alles auf meine geliebten Markttermine zu setzen.

Und was das Aushalten der Isolierung und das Gefängnishafte des Homeoffices angeht – lasst uns weiter lustige Whatsapp-Bilder schicken und Quatsch machen. Quatsch macht lustig und gute Laune ist wichtig. Jetzt erst recht!

In diesem Sinne, drücken wir uns virtuell die Daumen, dass wir diese Zeiten gut schaffen. Mit Geduld (ich bin ja schon wieder ganz friedlich), Händewaschen, Disziplin und nochmal Händewaschen und brav Homeoffice-Arbeit und irgendwann auch wieder nähen.

Wiederverwendbar – Wir hatten ja nüscht.

Was wurde früher nicht alles mehrfach verwendet: der gute alte Waschlappen (einer für obenrum, einer für untenrum), das Stofftaschentuch (was nur eklig war, wenn man richtig den Rotz hatte), und sogar das Badewasser am Samstagabend. Irgendwie hatte ich das als Kind auch einfach so mitgemacht, war ja normal, benutzte jeder und machten alle so. Auch das mit dem Badewasser, denn wir Kinder durften immer zuerst hinein.

Später, als ich dann erwachsen wurde, das elterliche Zuhause verließ, fühlten sich diese alten Bräuche altmodisch an. Ich begann mit neuen Gewohnheiten zu leben, die so angenehm wie selbstverständlich wurden, dass es schon einiger Aufrüttler von außen geben musste, um wieder wach zu werden. Hallooo, ja Du – es wird Zeit, sich wieder zu besinnen auf das, was nie altmodisch war, sondern eigentlich ziemlich gut. Gut, die Motive mögen damals andere gewesen sein. Hauptsächlich das „wir hatten ja nüscht“. Und dann, als wir alles hatten, haben wir es auch endlich richtig genutzt, ja regelrecht ausgenutzt, um nicht zu sagen verschwendet.

Die Motive heute sind die Umweltverschmutzung, die man bereits überall sehen und spüren kann, der steigende Müll in dieser Wegwerfgesellschaft und der Wunsch wieder nachhaltig zu leben, zu retten was noch zu retten ist. Da ist mir letztens im Bio-Laden eine Stoffslipeinlage vor die Augen getreten, im Regal. Direkt auf Augenhöhe hat sie mich angezwinkert und wollte gekauft werden. Ich kam nicht umhin. Und dann war recht schnell klar: mit dieser einen komme ich nicht weit. Genau 1 Tag nur.

Also hab ich mir überlegt, dass ich sowas doch mal selber machen könnte. Gebrauchte und gekochte Moltontücher bekomme ich im SecondHand-Laden meiner Freundin, und wenn nicht dort, dann in dicker Qualität vom Händler. Aber meine Baumwollstoffe sind aus meinem Lager, teilweise Stoffreste, die nun einen neuen Sinn bekommen.

Anfangs habe ich den Verschluss mit Klettband probiert, aber das war ein Desaster. Es fühlte sich an wie Sandpapier (das ganz grobe) oder ne Drahtbürste zwischen den Beinen. Sorry, nicht geil!!

Also hab ich im nächsten Schritt mit ner Nagelschere die Ecken vom Klettband rund geschnippelt. Half nicht. Darum hab ich den Klett-Kladderadatsch wieder abgetrennt und nun gibts dafür die supercoolen Kam Snaps. Ok, die sind aus Plasik, dafür kann aber niemand sagen, er wäre darauf allergisch. Dieser Verschluß hält auch sehr prima und nix verrutscht. Das Tragegefühl kann sich nun frei von kratzenden Störungen auf Nebenschauplätzen in seiner Weichheit und Samtigkeit ausbreiten. Das jüngst frisch zubereitete, mittlerweile aber gallertartig gewordene, Flüssigwaschmittel freut sich auf seinen baldigen Einsatz.

Derweile guckt das Klima von oben auf uns herab und denkt nur: „Wie süß, jetzt kommen sie mir mit Slipeinlagen!! Ihr wisst schon, dass davon die Gletscher nicht wieder gefrieren und die ausgestorbenen Tierarten auch nicht mehr zurückkommen. Aber immerhin ist es ein Anfang. Der gute Wille zählt. Ihr müsst nur alle wollen.“

Lebenszeichen..

„Was macht eigentlich hutundgut?“, fragt sich vielleicht manch einer.
Zugegeben, hutundgut hat sich letztes Jahr etwas rar gemacht und mein Blog ist auch ziemlich eingestaubt. Aber es gibt mich noch und die gewohnten Marktermine sind weiterhin fest in meinem Kalender geblockt.

2019 war insgesamt ein krasses Jahr, was für mich einige persönliche Veränderungen mit sich brachte. Dennoch bleibt hutundgut immer im Fokus, wenngleich ich auch nicht mehr mit Volldampf produziere.

Es bleiben die gediegenden kleinen Märkte und die Gartenschau in Altzella meine Liebsten, deren Flair ich nach wie vor sehr genieße. Als sehr besonders empfinde ich die Begegnungen mit „alten“ Kundinnen und Kunden, neugierig freundlich Interessierten und natürlich Kindern und meinen lieben Standnachbarinnen, die mit den Jahren schon wie eine kleine Familie für mich geworden sind (Angela, Rosi, Ellen…)

Nachdem letztes Jahr das Schloss Lauterbach eine Innensanierung bekommen hat und daher die Schlossweihnacht erstmals aussetzen musste, wird es dieses Jahr aber wieder am 2.Advent eine geben – juhu!!!

Was meine Produktideen angeht, werde ich zunächst weiter hauptsächlich die Kindertaschen fortsetzen. Neue Motive sind momentan in Arbeit.
Aber ich mache mich auch über Nachhaltigkeit Gedanken und möchte zunächst überwiegend dafür meine aktuell vorrätigen Stoffe einsetzen. Aktuell arbeite ich an diversen Prototypen, mal sehen, ob die gelingen und Euer Interesse wecken.

Ich wünsche Euch ein frohes neues Jahr und gutes Gelingen bei allen Euren Plänen und Vorhaben. Vergesst bei allen Aufgaben nie Euch selbst und seid Euch gut!

nicht nur ein Stein…

Vor vielen Jahren war ich einmal in Nizza und stand dort zum ersten Mal am Mittelmehr. Wahnsinn, wie salzig das Wasser schmeckte und wie heiß die Steine waren. Es gab keinen Sandstrand, sondern faustgroße Steine. Steine, die sich wie Handschmeichler anfühlten, wunderbar glatt und fast seidig weich. Damals musste ich einige davon einfach mitnehmen. Heute beschweren sie meine Stoffe, wenn ich etwas zuschneide. Sie haben ein gutes Gewicht dafür und ich liebe sie einfach.

Aber solche Steine gibt es auch in klein und sogar in Deutschland. An der Donau fand ich sie: rundgelutschte, glatte kleine Schätze. Und sie entfachten meine Sammellust erneut. Doch was tut man mit einem Stoffbeutel voller Steine?

Richtig: man kann sie toll bemalen!!
Ich sehe in den Steinen immer kleine Fische mit fetten Knutschlippen und großen Kulleraugen.
In meinen vergangen Urlauben habe ich es als meditative Beschäftigung empfunden, sie zu bemalen. Und dass sie nicht nur von mir geliebt werden, merke ich auch auf den Märkten, wenn mich nämlich besonders die Kinder nach einer Kleinigkeit fragen, die sie bei mir kaufen könnten.

Versucht es doch mal selbst und verzaubert hübsche Flusskiesel in kleine persönliche Kunstwerke.

Big Fish Etsy

Ein heißer Sommertag.

Ich stehe mit hutundgut auf der Blumen-und Gartenschau und erfreue mich an der gut gelaunten Kundschaft, an dem schönen Wetter und dass ich die Chance haben darf, so ein schönes Hobby auszuüben.

Etwas ruhig ist es an dem Stand und ich erlaube mir, meine Mails auf dem Handy abzurufen. Ah, eine Mail von Dawanda – vielleicht ein neuer Kauf? Was ist das denn für ein Betreff „Kündigung deines DaWanda-Shops“. 

Bämm!

Wieso denn das? Sieht so eine Abmahnung aus?

Ich öffne mit zitternden Fingern die Mail und lese…

Dawanda macht dicht.

Ich kann auf Etsy umziehen. Es gäbe da paar Tools, die den Transfer der Artikeldaten unterstützen.

Etsy, das große amerikanische Mutterschiff aller Kreativplattformen schluckt nun die Dawanda-Shöpchen und Dawanda verspricht einen Ozean voller Kundschaft auf Etsy. In der Theorie klingt alles plausibel. Dennoch heißt es: realistisch bleiben. 

Denn: viel hilft nicht immer viel.

Man muss gefunden werden.

Und nicht nur, dass die bisherigen Geschäftskontakte zu meinen alten Dawanda-Lieferanten nun durchaus wegbrechen, wenn man sich ihre Namen nicht irgendwo notiert hat, es ist auch nicht gesagt, dass alle Lieferanten mitziehen auf Etsy.

Es wird härter.

Trotzdem schwimme ich mit im großen Meer.

Ich hab schließlich Schwimmstufe 3!

Nun hab ich soweit auch den neuen Shop bei Etsy vorbereitet, dass ab 12.August dort auch bestellt werden kann:

https://www.etsy.com/shop/hutundgut/

Ich verabschiede mich jetzt für 2 Wochen Urlaub an der Ostsee.

Kommt gut über den Sommer, genießt die Sonne, gönnt Euch ein kühles Bad und Getränk.

Wir sehen uns.

aloha……Doro 

Hello neues Jahr !!

Oh ….das neue Jahr….es hat mittlerweile schon 38 Tage auf seinem Buckel und ist gar nicht mehr so neu.

Seit 3 Tagen steht der erste Tulpenstrauß auf unserem Tisch und möchte uns eine Ahnung vom Frühling vermitteln.

Die Strohstern-Parade, die noch trotzig am Fenster hängt, klatscht den Schneeflocken Beifall und plädiert für eine über die Weihnachtszeit hinausgehende Daseinsberechtigung. Und ich? Ich bin gespalten. Den aktuellen Möchtegern-Winter kann ich einfach nicht ernst nehmen. Bei mir gewinnen eindeutig die Tulpen und der Weihnachtsfirlefanz kommt in den Koffer, sobald ich Zeit finde.

Fürs neue Jahr gibt es auch schon wieder Termine, die ich nach und nach mit genauen Zeiten aktualisieren werde.

Genäht habe ich auch einiges neu:

Tablet-Hüllen:

und

Haarspangenblumen

mit

innovativer Haargummi-Halterung (KamSnap-Druckknopf):

Wie geht es weiter, hat hutundgut neue Pläne?

Jein.

In erster Linie freue ich mich im neuen Jahr auf die Begegnungen mit Euch auf den Märkten.

Es ist immer wieder toll, an meinem Stand mit Euch ins Gespräch zu kommen, Eure freundlichen Reaktionen auf meine Produkte erleben zu können und die Dinge eben direkt zu verkaufen. Auf den großen Kreativmärkten werdet Ihr mich nicht mehr antreffen. Diese Märkte sind mit den Jahren immer gigantischer geworden, so dass die Besucher nur noch reizüberflutet durch die stereotypen Gänge strudeln und am Ende nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht.

Natürlich will jeder Anbieter optisch und akustisch hervorstechen und tut dies durch wackelige und unwacklige Profi-Klappfix-Aufbauten, „Hallo, guck mich an“-EyeCatcher und proaktiver Kundenansprache. Nun ja, der Kunde ist auch nur ein normaler Mensch, der sich einen schönen Tag machen möchte. Und meine Erfahrung zeigt mir, dass er dies zunehmend woanders tut: auf definitiv kleineren Märkten oder auf großen mit SEHR VIEL Auslauf für seine Seele und seine Nachkommen.

In Planung habe ich wieder nun im Frühjahr zunächst neue Kindertaschen, Haarspangenblumen (evt. mal mit neuen Farbkombis) und Häkel-Kakteen. 

Vielleicht werdet Ihr hutundgut auch bald in der Dresdener Innenstadt in einem neuen Laden sehen.

Noch ist nichts fest, aber es gibt schon Ideen und Austausch.

Bleibt gespannt!!

Ich wünsche Euch eine gute Zeit – macht’s gut!!!

 

Ist schon wieder Advent?

Hallo Ihr Lieben, wie im Fluge ist das Jahr vorbeigerauscht und plötzlich heißt es wieder „Huch, was fülle ich in den Adventskalender?“. Eben war doch noch Sommer? Aber alles Zurückschauen hilft nix. So zünde ich mir ein Duftlämpchen mit Orangenöl an und backe meine erste Ladung Schokosterne mit rosa Pfeffer.
Den Adventskalender meiner Tochter habe ich dieses Jahr mit  Rätseln von „Black Stories“ und Süßem gefüllt.

Damit auch die schöne Tradition der online-Adventskalendertürchen nicht zu kurz kommt, freue ich mich über die Gelegenheit, bei Katharina von http://schaumalher.blogspot.de/ das Türchen am 3.Dezember sein zu dürfen.

Das ist zu tun:

Nun wünsche ich Euch eine tolle Adventszeit, viel Freude bei den ganzen Vorbereitungen und viel Spaß beim Teilnehmen und Gewinnen.

Falls Ihr noch Weihnachtsgeschenke und nette Ideen für Nikolaus sucht, so findet Ihr mich am 3.12. (1.Advent) im Wasserschloss Oberau und am 10.12. (2.Advent)  zur Schlossweihnacht im Schloss Lauterbach (Genaue Anfahrt/Adresse unter „Termine„)

Monstaaaa, wild & dangerous – die Monstertasche 2.0

Sie sind wieder da – die Monstertaschen!! Und zwar in neuer Auflage und Verarbeitung.

Eine Neuauflage war längst fällig.

Vor sechs (!!) Jahren hatte ich mich noch pragmatisch mit einer festen Gurtlänge zufrieden gegeben, einfacher Verarbeitung, „lockeren“ (d.h. nicht komplett angenähten) Monsterzähnen und kämpfte mit verherendem Fusselalarm in meinem Wohnzimmer, den die Monster erzeugten.
Mein Vorhaben, die Taschen langsam anzugehen und in 2017 einmal komplett neu und besser durchdacht aufzulegen, wurde glücklicherweise durch 2 Kundenaufträge zum Jahresende beschleunigt. Es sollten ja ein Weihnacht- und ein Geburtstagsgeschenk werden.

Nach etlichen Stunden von genauem Durchdenken der Abmessungen und Arbeitsschritte, habe ich mir das dann auch endlich mal aufgeschrieben.  Ein Tutorial für mich, könnte man das nennen – yeeaah – warum ich da eigentlich nie eher drauf gekommen bin. Jedesmal das Rad neu erfinden. Ich hab es immer künstlerische Freiheit genannt. Man könnte auch Freestyle sagen oder „Pi mal Daumen“. Und jetzt nehme ich mir auch den Staubsauger mit dazu, wenn ich Plüsch zuschneide und sauge gleich anschließend die Schnittkanten ab. Besser ist das!
Aber nun hab ich es mir Schritt für Schritt aufgeschrieben, in der Hoffnung, einen baldigen Monstertaschen-TREND einleiten zu dürfen – man wird ja nun auch nicht direkt jünger und neue Zielgruppen wollen entdeckt werden.

Und wie das nun so vonstatten ging, seht Ihr in den folgenden Bildern:

 

Work in process

Heute möchte ich mal zeigen, was meine aktuellen hutundgut-Projekte sind.

Die 2 letzten Märkte in diesem Jahr stehen bevor und ich habe viele Ideen, was ich neu anbieten möchte.

Zunächst habe ich mal wieder die Handytaschen aufgestockt und dafür viele farbenfrohe Stoffkombinationen ausgesucht:

 

Viele neue Kindermützen sind auch hinzugekommen:

Neu ist auch die Galerie der „fighting cactuses“ – gehäkelte Kakteen mit ausgesuchten Stecknadeln und beweglichem Ableger:

 

Und da Nikolaus nicht mehr so weit entfernt ist, bereitet sich schon eine kleine Schar fleißiger Nikoläuse darauf vor, kleine Präsente in ihren Säckchen verschenken zu dürfen:

Und auch ganz neu sind die hutundgut-Weihnachtskarten, die gerade noch im Entstehen sind.

Seid gespannt, auf das baldige Ergebnis:

Wieder was gelernt….

Seit meinem letzten Eintrag ist eine Menge Zeit vergangen. Ich denke an die sandig-sonnigen Sommerferien, den aufregenden Start ins Gymnasium-Schulleben mit neuem Schulweg, erholsame Herbstferien mit Pferden, den Einzug unseren neuen Familienmitglieds Calimero (hellblau, neugierig, schwatzhaft) … und ich bin um einige Erfahrungen reicher, was die neuen Märkte betrifft, an denen ich erstmals teilnehmen konnte:

Der kleine Kunsthandwerkermarkt auf der Dresdner Galopprennbahn war der erste seiner Art und bot den Besuchern zwischen den Pferdewetten einen guten Zeitvertreib und die Möglichkeit, kleine und besondere Entdeckungen zu machen.

galopprennbahn1 galopprennbahn2 galopprennbahn3

Besonders Klasse fand ich die erfrischend unkomplizierte Organisation der Macher. Allerdings fand alles unter freiem Himmel statt, was für empfindliche Produkte immer grundsätzlich riskant ist, da man Wind und Wetter ausgeliefert ist. Bei dieser Premiere tobte sich leider ein kurzes heftiges Gewitter aus, zerknüllte Pavillons im Handumdrehen und schüttete ergiebige Regengüsse auf die Veranstaltung. Zu meinem Glück konnte ich unter einem stabilen großen Zelt einer Stoffhändlerin stehen, so dass wir keine Verluste erlitten, sondern nur ein paar Wasserspritzer abbekamen. Nach diesem Erlebnis muss ich einmal mehr abwägen, ob ich künftig bei OpenAir-Veranstaltungen teilnehmen möchte. Wenn möglich behalte ich mir deswegen auch immer die Option vor, kurzfristig (wetterabhängig) zu entscheiden, ob ich teilnehme oder nicht.

 

Auf ganz andere Art wurde ich auf Langebrück eingestimmt. Unter dem Dach des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz e.V. hatte sich eine Arbeitsgruppe aus 4 Damen gebildet, die einen Neuen Langebrücker Kunstmarkt 2016 organisieren wollten. Es sollte im Bürgerhaus Langebrück stattfinden, Fördergelder wurden beantragt, und bereits Anfang Februar ging dieses Vorhaben in eine ausgeklügelte und heiße Planungsphase über. Dabei wurden in regelmäßigen Abständen die vorgesehenen Aussteller mit newslettern und allerlei Informationen versorgt und zum Einfinden am Runden Tisch vor Ort im Bürgerhaus Langebrück gebeten. Da ich hauptberuflich einer festen Arbeit in Dresden nachgehe, war ich zunächst davon ausgegangen, dass diese Termine rein optional zu betrachten waren.

Irrtum.

Persönliches Erscheinen und aktives Einbringen war erwünscht und Teil des Plans.

Beim 2.Treffen fuhr ich mit meiner Freundin also hin, denn unsere Stimme und unser persönliches Erscheinen schien von großer Bedeutung zu sein. So erfuhren wir, dass uns eine gefühlt 20-Punkte-Agenda bevorstünde. Die Standgebühr war gleich vor Beginn bar und per Quittung zu begleichen.

Dann begann das Abarbeiten der Agenda. Wesentlich war dabei die Standplatzierung der Maler und Galeristen, die Anzahl der auszuhändigenden Aufhängesysteme und Haken, die Sicherstellung des reibungslosen Auf-und Abbaus der Stellwände und die Gewährleistung, dass auch JEDER Aussteller dabei mit Hand anlege und die Terminfindung der Hängung. Parallel dazu wurde ein Plan mit den vorgesehenen Stellplätzen verteilt, worin sich jeder Aussteller wiederfinden konnte.  Nun ging es an die Besichtigung der Räumlichkeiten. Meine vorsichtige Nachfrage, ob ich meinen dunklen Eckplatz mit dem Stand von Leder-Meier (*Name geändert) tauschen dürfte, wurde mir nicht bewilligt. Die Leder-Künstler benötigten ihren Stammplatz, da gäbe es keinen Weg rein.

Jut.

Stunden später.

Agenda-Punkt 13. Immer noch Hängung. Einige greise Maler wagen Fragen.

Die resolute Frau K. hebt entnervt die Hände. Bitte immer den vollen Namen sagen, sie wisse doch sonst auch nicht, was sie da ins Protokoll schreiben solle, wenn hier jeder durcheinander redet, Himmelherrgott.

Das sitzt.

Hängung also nun am Mittwoch. „Und Kreuzigung am Donnerstag?“, denke ich?

Freitag soll dann eine Vernisage mit der Bevölkerung und einer Schulklasse und ihrer Kunstlehrerin sein. Ab 18 Uhr, mit Salzgebäck und Sekt. Freiwillige, die die Speisen und Getränke reichen möchten?

Schweigen.

Wer bietet Basteln mit Kindern oder Vorführungen an? Einnahmen werden selbstverständlich gespendet.

Verhalten reckt sich ein Arm in die Luft. Gebongt!

Bitte jeder möge übrigens noch eine VITA erstellen und im Word-Format, sowie 1-2 aussagefähige und einheitlich benamste JPG’s abliefern. Datenschutz? Quark. Es ginge hier um eine formschöne Präsentation der Aussteller, damit der Besucher wisse, wen er vor sich habe.

Auf die Frage nach Catering  und Verpflegungsmöglichkeiten an dem Veranstaltungswochenende, erfahren wir, dass lediglich die Kirchgemeinde am Samstag einen Kuchenbasar ausrichten würde. Bis dato keine weiteren Angebote oder freiwillige Verköster.

Wir beschlossen, der Veranstaltung nun den Rücken zu kehren, auch wenn uns Frau K. mahnend mit den noch ausstehenden letzten 10 Agendapunkten aufzuhalten versuchte und uns mit einem unwilligen Blick bedachte.

Auf dem Heimweg ließen wir den Spuk erstmal sacken. Was war das gewesen? Kunstmarkt zum Anfassen? Gut gemeint, aber voll verzettelt? Wir beschlossen, es trotzdem zu versuchen und uns gespannt auf dieses Oktober-Event zu freuen.

Es vergingen weitere Wochen mit eMail-Informationen, Änderungen und Erinnerungen.

Auf unser privates Angebot, mithilfe unserer Familie die Veranstaltung mit Suppe, Fettbemmen und Kaffee zu versorgen, erhielten wir leider eine besorgte Antwort, dass Essensgeruchschwaden im Gebäude hervorgerufen werden könnten und man positionierte sich sehr skeptisch. Auch sollten wir mal sagen, welchem gemeinnützigen Verein wir denn unsere gesamten Einnahmen aus dem Catering spenden wollten!?!?!? Vermutlich war die gesamte Planung einfach dermaßen extrem und aufregend, so dass eine große Anspannung auf den Schultern des Arbeitsteams lag und jedes Angebot eher als Last wahrgenommen wurde. Wir zogen unser Angebot daraufhin freundlich zurück.

Schlussendlich gab eine Ausstellerin ihren Platz auf, so dass ich dorthin nachrücken durfte und hatte damit das Glück, in einem hellen und warmen Raum meinen Stand aufbauen zu dürfen. Platz war auch genug.

Final kann ich sagen, dass das wohl einer der kompliziertesten und umständlichsten Kunstmärkte war, an dem ich jemals teilgenommen habe. Einer der Planungsdamen, mit der ich gut bekannt bin, habe ich ein bisschen von dem einfachen Ablauf und der Planung anderer Kunstmärkte berichtet und ihr ein paar Vorlagen fürs nächste Mal gegeben. Es hätte sich vieles prima abkürzen lassen und Zeit gespart. Aber hinterher ist man ja meistens schlauer.

Hoffentlich :)