Stoffe statt Striezel – Schnappatmung vorprogrammiert

Letztes Jahr kam der Holländische Stoffmarkt das erste Mal nun auch nach Dresden, und das gleich 2x über’s Jahr verteilt.

Beide Male konnte ich allerdings bedauerlicherweise nicht dabei sein. Aber DIESES Jahr endlich hatte ich mir den 9.März schon lange fett in den Kalender geschrieben und weder peitschender Nordwind noch eisiges Wetter noch konnten mich davon abhalten.

Mein ♥ ging über, als ich am Samstag zum Altmarkt radelte.

Die Stände überboten sich gegenseitig an Auslagen und bunter Vielfalt.

Am holländischen Kurzwarenstand war die Hölle los.

Trauben von projektgerecht abgepackter „Schlauchware“, Pompom-Bändern, Webbändern, Kordeln, Gummibändern, Kindergürteln hingen schwer am Vorzeltgestänge und behinderten die Kaufrausch-Süchtigen am Vordringen zu den begehrten Verkaufstischen, um dort andächtig weitere Waren zu berühren. Also wühlte sich der Kaufmob mit Schnappatmung systematisch durch den Parcours, nichts, aber auch gar nichts konnte ihn hindern.

„Kannüchhölfän?“ sangen die Verkäufer im Alfred J.Kwak Slang unablässig. Während 3 Verkäufer hinter den Ständen pausenlos Ware gaben und Scheine nahmen, wanderte eine Händlerin vor dem Stand auf und ab, verteilte Körbchen und kassierte ab.

Da passierte mir gleich mal ein Fauxpas: So erdreistete ich mich doch, eine solche Schlauchwaren-Traube komplett abzupflücken, um damit zum Verkaufstisch vorzudringen und mir dort ein Stück Schlauchware offiziell abrechnen zu lassen. Die Stand-Umrundungs-Händlerin gebot tadelnd, das Gehänge unverzüglich wieder anzubringen. Abzureißen wären die Tüten, wenn man eine davon wöllte.

Schließlich erstand ich tolle rote und grüne Knöpfe und eben ein paar in Schlauchform gewebte Rockbünde und zog weiter.

Nach dem Umschleichen sämtlicher Stände und dem Vorhaben, sich das eine oder andere Stöffchen gedanklich vorzumerken, zog mich der nächste holländische Stand magisch an.

„Gutentagfrau“ sangen 2 Söhne des Abendlandes an diesem Stand und jonglierten behänd mit den Stoffballen in der einen und einer Schere in der anderen Hand, um die Meterware nur so abzusäbeln. Ein Wirbeln wie Anfang der 90’er, als sich Käse-Maik und Pflanzen-Klaus auf den Marktplätzen Ostdeutschlands die potenzielle Kundschaft mit sagenhaften Angeboten kirre machten „Du kriegst nicht eine, nein DREI Pflanzen zum Preis von einer und dazu noch diese tolle Wurst – na, ist das was?!!!“ So in der Art ging es am Baumwolle-nur-6EUR-Stand bei den hektischen Abendlandsöhnen zu.

Zu aller Überblick-Erschwernis war dies ein 3-Seiten-Stand, die Stoffballen jedoch nach Farben sortiert.

Nachdem ich im grünen Bereich gewählt hatte und die Stirn besaß, um Bedenkzeit zu bitten, um noch im blauen Bereich zu schauen, geriet das hektische Jonglieren für eine Millisekunde ins Stocken. Doch schon ging der Singsang weiter. Die erneute Aufmerksamkeit des Söhnchens zu erhaschen war wiederum kein Kraftakt. Seine Augen scannten unablässig die erwartungsvollen Gesichter der Näherinnen, die  sich endlich zu einer Entscheidung durchgerungen hatten.

So vergingen die Stunden.

Als ein feiner eisiger Regen einsetzte, bemerkte ich schließlich das Gewicht meiner Taschen, die Taubheit in meinen Fingern und Zehen und die Pleite in meinem Geldbeutel.

Gründe genug, dem Stöffchen-Paradies nun  mal langsam abzuschwören und gen Heim zu streben.

Was ich nun gekauft habe? Erstmals Jersey, etwas Leinen und Baumwollstoffe.

fette Stoffmarkt-Beute

Mit etwas Glück, Spucke, Nerven und der Engelsgeduld meiner Jersey-erfahrenen Freundin Dani plane ich in Kürze das Betreten eines mir noch neuen Terrains:  Kinderklamotten und Mutti-Röckchen.

Ich weiß, ein hehres Ziel. Aber wenn nicht jetzt, wann dann?

Demnächst oder irgendwann (gleiche Zeit, gleicher Ort) gibts dann mal Beweisfotos.

Seid gespannt.

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